Synthetische Biologie - Eine ethisch-philosophische Analyse

Beiträge zur Ethik und Biotechnologie, Band 5 (2009)

Die Synthetische Biologie hat, ähnlich wie die Physik und Chemie, nicht nur die Analyse, sondern auch den Nach- und Neubau ihrer Gegenstände zum Ziel. Mit der Vision von der Erschaffung neuer einzelliger Lebensformen rückt dieses sich gerade etablierende Forschungsfeld Lebendiges in den Bereich technischer Erzeugbarkeit.

Dieser Band untersucht mögliche Folgen für unser Verständnis von Leben und für unser Verhältnis zu Leben. Metaphern wie «living machine» verdeutlichen, wie unklar der ontologische Status des neu geformten Lebendigen werden kann. Darüber hinaus wird der Schritt von der gentechnischen Manipulation zur Kreation neuer Lebensformen Konsequenzen für das menschliche Selbstverständnis haben.

In ethischer Hinsicht werden Missbrauchsgefahren bei z.B. pathogenen synthetischen Organismen diskutiert und Risiken der unkontrollierten Verbreitung synthetischer Organismen geprüft. Die aus der Gentechnik bekannten Regularien werden durch die Synthetische Biologie einer Bewährungsprobe ausgesetzt. Um die spezifischen ethischen Probleme der synthetischen Biologie in den Blick zu bekommen, werden Forschungsfeld und Anwendungsgebiete differenziert und die zentralen ethischen Rückfragen systematisiert.

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Letztes Update: 23.11.2018

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Autoren

Dr. Joachim Boldt ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Ethik und Geschichte der Medizin der Universität Freiburg i.Br. Er arbeitet im Rahmen des Exzellenzclusters "Biological Signaling Studies" zu ethischen Fragen der Synthetischen Biologie. Weitere Arbeitsfelder sind die klinische Ethik und Grundfragen philosophischer Ethik.

Dr. Oliver Müller ist Leiter der Nachwuchsgruppe "Zur Natur des Menschen als Orientierungsnorm in der Bioethik" am Institut für Ethik und Geschichte der Medizin der Universität Freiburg i.Br. Er arbeitet zur Fragen der philosophischen Ethik, der philosophischen Anthropologie, der Technik- und Kulturphilosophie.

Prof. Dr. Giovanni Maio ist Direktor des Instituts für Ethik und Geschichte der Medizin und Geschäftsführer des Interdisziplinären Ethikzentrums der Universität Freiburg i.Br.